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2013
3-Kanal-Video-Projektion (HD, 11:18 Min.; Loop; Farbe; Sound)
Projektionsgröße variabel

Das Video “I Suck my Tongue in Remembrance of You” zeigt aus der Vogelperspektive zwei junge Frauen, auf einem Holzfussboden liegend. Zärtlich verschränken sie sich ineinander, zwei Liebenden gleich. Aus den Umarmungen entstehen Bewegungen. Sich aneinander festhaltend umschreiben sie durch wiederholende Bewegungsabläufe einen Kreis. Die Beschleunigung der Choreographie lässt die anfängliche Zuneigung in Gewalt umschwingen. Sie durchschreiten ein experimentelles Miteinander: Das Verhältnis zum Körper des Anderen wird erprobt: Anziehung - Abstoßung, Verbundenheit - Abhängigkeit; Etwas das war, das ist und das sein könnte innerhalb einer komplexen, menschlichen Verbindung.
Während die Kamera abschnittweise der Gestik und Mimik in Nahaufnahmen folgt, offenbart sie Details, die sich dem Blick des Betrachters in einer Bühnensituation entzögen. Die drei Bildschirme isolieren die Darsteller. Es entsteht eine Bewegungsabfolge des Gemeinsamen und des Individuellen. Die Farbigkeit des Videos ist zurückhaltend und gibt lediglich die unterschiedlichen Charaktere von Holzboden, Haut, Haar und Kleidung an. Den Ton bildet eine Komposition aus Geräuschen, hervorgerufen durch die zwei Körper. Anfänglich gibt der Hall einen großen Raum mit viel Abstand vor, im fortschreitenden Video nimmt die Weite jedoch hörbar ab bis es in einem beengenden Zustand endet.

(Text: Maria Dabow)

 

Choreographie: Lea Vendelbo Petersen
Tänzerinnen:  Lea Vendelbo Peterson, Marie Bergby Handeland
Ton: Christian Obermaier, Kristian Ross
Kamera und Licht: Alexander Schmalz, Luciano Cervio
Farbkorrektur: Florian Stärk
Set-Assistentin: Katharina Quecke